About
Mila Kostović
Architekturtheoretikerin & Künstlerin
Künstlerisches Statement
Ich arbeite mit verschiedenen räumlichen Schichtungen und Maßstäben und deren Relationen, vom einzelnen Körper bis zur gesellschaftlichen Konstellation.
Meine Praxis ist transversal und dissonant: sie bewegt sich zwischen dem Lyrischen und dem Konzeptuellen, zwischen körperbasierter Praxis und Text, zwischen dem Intimen und dem Gesellschaftlichen. Was mich dabei leitet, ist der Widerspruch zwischen Selbstbestimmung als emanzipatorischer Praxis und als kapitalistischem Produkt. Der Körper, der sich selbst gehört, aber gleichzeitig optimiert und vermarktet wird, äußert sich in meiner künstlerischen Auseinandersetzung als Ambiguität von Verführendem und Verstörendem. In diesem Spannungsfeld ist der Versuch vordergründig, die Ideologie hinter der Inszenierung freizulegen.
Dass strukturelle Benachteiligung Handlungsmöglichkeiten einengt und Selbstbestimmung zur mutmaßlichen Bedrohung wird, ist in Körper und Raum eingeschrieben. Daher richtet sich meine künstlerische Praxis von innen nach außen. Eine tiefe, körperliche Präsenz und Selbstbewusstsein kann in normierende Räume überschwappen und sie aufweichen. Relationale Bewegungsabläufe und kollektive Bewegungsüberlagerungen lassen subtile Öffnungen entstehen, die ein sich gleichwertig formierendes Verhältnis von Körper und Raum vorschlagen.
Kurzvita
Mila Kostović ist Architekturtheoretikerin und Künstlerin. Ihre Praxis verbindet Raumkonzeption, körperbasierte Praxis sowie wissenschaftliches und lyrisches Schreiben zu einer interdisziplinären Methodik und Haltung.
Sie studierte Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart (M.Sc.) und History and Critical Thinking in Architecture an der Architectural Association, London (M.A.). Ihr laufendes Promotionsvorhaben “Enveloped in Smoke - Bürohochhäuser und Smoke in Chicago 1871-1934” widmet sich einer feministischen Auseinandersetzung mit der Relation von Architektur- und Umweltgeschichte. Von 2023 bis 2026 war sie akademische Mitarbeiterin für Architekturgeschichte und -theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Von 2024 bis 2026 leitete sie die Geschäftsstelle der Architekturgalerie am Weissenhof, Stuttgart. Ihre Texte erschienen u.a. in Crumble Magazine, Protocol und AARCHITECTURE.
